Offener Brief der Schulleitung

Liebe Schülerinnen und Schüler,

leider kommt es immer mal wieder zur Verbreitung negativ wertender Äußerungen über Schüler/innen sowie Kollegen/innen unserer Schule in sozialen Netzwerken.
Wir als Schulleitung sehen uns hier in der Verantwortung, grundsätzlich Stellung zu beziehen und deutlich zu machen, welche Formen des Umgangs und welche Ausgestaltung von Kommunikationskultur wir hier an unserer Schule bevorzugen.

Das Internet sowie die Nutzung sozialer Netzwerke bieten unter anderem in der zwischenmenschlichen Kommunikation enorme Möglichkeiten. Recherche, gezielte Weiterleitung von wichtigen Informationen sowie die Verbreitung der eigenen Meinung funktionieren heutzutage rasant schnell und quasi per Knopfdruck. Welche Konsequenzen der technologische Fortschritt für das zwischenmenschliche Dasein hat, ist indes vielen Menschen nicht bewusst. Äußerungen, die man im Internet etc. bewusst oder unbewusst hinterlässt, sind oft Jahre später noch präsent und können irreparable Spuren hinterlassen.

Wir als Schulleitung befürworten die Nutzung moderner Medien; zum Teil wird sie in der bestehenden Unterrichtskultur sogar eingefordert bzw. vorausgesetzt. Wir dulden allerdings in keinem Fall gezielte verbale Angriffe, systematisches Schikanieren, fortgesetzte Sticheleien und bewusste Ausgrenzung, weder im persönlichen Miteinander noch auf digitalem Weg im Internet oder in sozialen Netzwerken.

Wir wünschen uns für unsere Schule respektvolle und wertschätzende Umgangsformen sowie eine Netzkultur, in der Mobbing und Ausgrenzung keinen Platz haben.

Mit dem sozialen Ausbildungsweg, den alle Lernenden unserer Schule bewusst gewählt haben, sollte untrennbar die persönliche Grundhaltung verbunden sein, anderen Menschen mit Respekt, Toleranz und Verständnis zu begegnen.
Anderenfalls stellt sich die Frage, ob der eingeschlagene Weg der richtige ist. Jeder an dieser Schule sollte seine Haltung im täglichen Miteinander von Schülern/innen untereinander und auch von Schülern/innen und Lehrkräften daraufhin überprüfen und hinterfragen.

Wir möchten Sie alle bewusst aufrufen, mit offenen Augen und Ohren im Schulalltag und im Netz unterwegs zu sein. Zeigen Sie Zivilcourage und reagieren Sie mit moralischem Einspruch und Handeln auf abwertende und verletzende Äußerungen im persönlichen Kontakt wie auch in den sozialen Netzwerken / im Internet. Überlegen Sie auch noch mal gemeinsam in Ihrer Klassengemeinschaft, welchen Umgang Sie sich mit- und untereinander wünschen. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihre/n Klassenlehrer/in an, wenn Sie sich in einem konkreten Fall nicht sicher sind. 

Im Zweifelsfall kommt die Schulleitung Ihrer Fürsorgepflicht gegenüber den Lernenden und Lehrenden mit deutlichen Maßnahmen von der Abmahnung bis hin zur Kündigung nach.

Bevor es jedoch soweit kommt, ist das Engagement aller gefragt. Wir wünschen uns keine Kultur der Angst und Ausgrenzung, sondern der freien, doch respektvollen Meinungsäußerung und der gegenseitigen Akzeptanz.

Wir sollten großzügiger darin sein, einander Anerkennung zu geben, denn wir wissen, dass sie uns allen gut tut.

Im Namen der Schulleitung
Stefanie Kuhlmann / Sabine Backes